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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Ortsgruppe Vechta e.V. findest du hier .
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Die Geschichte der DLRG in Vechta beginnt nicht erst mit dem am 29. Juni 1970 belegten Übergang zur Ortsgruppenstruktur. Sie reicht mehr als - 100 Jahre - zurück und umfasst unterschiedliche Organisationsformen der DLRG in Vechta: den 1934 dokumentierten Bezirk Vechta, den Wiederaufbau der DLRG nach dem Zweiten Weltkrieg als Kreisgruppe Vechta sowie vor allem die ersten Rettungsschwimmer, Badeanstalten und Menschen, die schon früh Verantwortung für die Sicherheit am Wasser übernahmen.
Diese Historie erzählt daher nicht nur von Jahreszahlen, Vorständen und organisatorischen Veränderungen. Sie zeigt, wie sich aus einzelnen Rettungseinsätzen, engagierten Persönlichkeiten und gemeinschaftlicher Aufbauarbeit eine dauerhafte Struktur entwickelte. Was damals in der Badeanstalt Füchtel, an der Tonkuhle und später in den verschiedenen DLRG-Organisationsstrukturen begann, bildet bis heute die Grundlage für unsere Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, unsere Einsatzbereitschaft und unser Engagement für die Sicherheit der Menschen in Vechta.
Viele Aufgaben haben sich im Laufe der Zeit verändert, doch der Kern ist gleich geblieben: Menschen zu befähigen, Gefahren am und im Wasser zu erkennen, zu vermeiden und im Notfall Leben zu retten. Wer die Geschichte der DLRG Vechta kennt, versteht deshalb besser, warum Verantwortungsbewusstsein, Ausbildung, Gemeinschaft, Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement bis heute zentrale Werte unserer Ortsgruppe sind.
Die folgenden Abschnitte geben den aktuellen Forschungsstand wieder. Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen archivalisch gesicherten Fakten und historisch begründeten Wahrscheinlichkeiten. Da die Recherche fortlaufend weitergeht, können neue Quellen und Erkenntnisse zu Ergänzungen oder Änderungen führen.
Um die Entwicklung der DLRG in Vechta nachvollziehen zu können, lohnt sich zunächst der Blick auf die Zeit, in der sich das organisierte Schwimmen und die Wasserrettung in unserer Stadt erst zu entwickeln begannen.

Am 28. Juli 1912, es war ein sonniger Sonntag, brach gegen 19 Uhr die Anlegestelle am Brückenkopf der Seebrücke in Binz auf Rügen. 70 bis 80 Menschen stürzten ins Wasser und 16 Personen, darunter zwei Kinder, ertranken in der Ostsee. Nur ein Jahr später wurde daraufhin die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am 19. Oktober 1913 in Leipzig ins Leben gerufen.
Nach den Einschnitten des Ersten Weltkriegs begann in den 1920er-Jahren die systematische Erschließung des norddeutschen Raums unter der Leitung des Oldenburger Pioniers Karl Bischof.
Chroniken des DLRG-Landesverbandes Oldenburg belegen, dass in der Phase zwischen 1923 und 1925 – sehr wahrscheinlich im Laufe des Jahres 1924 – ein erster DLRG-Stützpunkt in Vechta gemeldet wurde. In der damaligen Zeit handelte es sich bei solchen Stützpunkten noch nicht um Vereine im heutigen Sinne, sondern um kleine, informelle Außenstellen des späteren Landesverbandes, die aus wenigen ausgebildeten Rettungsschwimmern bestanden.
Ein erster DLRG-Stützpunkt allein sagt noch wenig über die konkrete Arbeit vor Ort aus. Um zu verstehen, wo diese frühen Ansätze praktisch sichtbar wurden, muss der Blick auf die Badeanstalt Füchtel und den damaligen Schwimmbetrieb in Vechta gerichtet werden.


Der geografische und praktische Ausgangspunkt des organisierten Schwimmens in Vechta war nicht, wie lange vermutet, die Tonkuhle, sondern die Badeanstalt Füchtel.
Diese am Moorbach im Bereich des Dominikanerklosters Füchtel gelegene Anlage geht auf die Initiative des Dominikaners Pater Titus Horten zurück. Er ließ dort ein erstes Schwimmbecken ausheben und einfache Umkleidekabinen errichten. Ursprünglich für den Schwimmunterricht der Schüler des Kollegs St. Thomas gedacht, wurde das Bad schnell auch für die Vechtaer Bevölkerung geöffnet und in zeitgenössischen Quellen als erste echte Badeanstalt der Stadt beschrieben.
In dieser Badeanstalt Füchtel ereignete sich am 2. Juli 1924 ein folgenschwerer Badeunfall: Ein Schüler geriet in Lebensgefahr und konnte im letzten Moment durch das beherzte Eingreifen des Bademeisters Bleidt gerettet werden.
Dieser Vorfall ist für unsere Geschichtsschreibung von besonderer Bedeutung. Ein zeitgenössischer Zeitungsbericht dokumentiert die offizielle Reaktion der Rettungsgesellschaft:
„Als Anerkennung erhielt der Bademeister Bleidt von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft eine künstlerisch gearbeitete Schale.“
Diese Auszeichnung ist der älteste zweifelsfreie Nachweis einer aktiven DLRG-Verbindung nach Vechta.
Die Rettungstat von 1924 steht dabei nicht für sich allein. Sie fügt sich in einen Badebetrieb ein, der bereits über feste Verantwortlichkeiten und organisierte Abläufe verfügte.
Historische Zeitungsrecherchen zeigen zudem, dass der Badebetrieb bereits damals straff organisiert war. Vor dem Amtsantritt von Bademeister Bleidt lag die Leitung der Badeanstalt in den Händen von Bädermeister Peter Pesch. Dieser legte sein Amt Mitte der 1920er-Jahre nieder, um sich verstärkt seinen kommunalpolitischen Aufgaben in Vechtaer Gremien zu widmen, woraufhin Bleidt seine Nachfolge antrat.
Die Ereignisse in der Badeanstalt Füchtel zeigen, dass Wasserrettung in Vechta bereits früh mehr war als eine spontane Hilfeleistung. Aus der praktischen Verantwortung einzelner Bademeister und Rettungsschwimmer entstand zunehmend der Wunsch nach festen Strukturen, gemeinsamer Ausbildung und einem organisierten Vereinsleben. Dieser Entwicklungsschritt wurde 1932 mit der Gründung des Schwimmvereins Vechta sichtbar.





Ein historischer Quellenfund – ein zeitgenössischer Zeitungsbericht vom 24. Mai 1932 – beleuchtet die offizielle Vereinsgründung des ersten Schwimmvereins in Vechta im Detail. Der Bericht dokumentiert nicht nur die Ziele, sondern namentlich den vollständigen ersten Vereinsvorstand:
Zweck und Eigenleistung: Der Verein verschrieb sich dem Ziel, eine „Badegelegenheit für Nichtschwimmer [zu] schaffen“ . Die dafür notwendigen Erdarbeiten und Baumaßnahmen wurden von den Mitgliedern „auf dem Wege freiwilliger Arbeitsleistung“ in harter Handarbeit erbracht. Geplant war zudem die Einrichtung eines eigenen Schwimmbades speziell für Frauen. Die spätere Gründung einer Frauengruppe ist durch einen Zeitungsartikel belegt.
Die historische Vorstandswahl vom Mai 1932 ergab folgende Besetzung:
1. Vorsitzender: Finanzsekretär Hahn (sehr wahrscheinlich Christoph August Hahn)
2. Vorsitzender: Zahnarzt A. Lübbe (Dr. Albert Lübbe)
Schriftführer: Bankbeamter W. Pille (Wilhelm Pille)
Kassierer: Bankbeamter Prante
Schwimmwarte (Sportliche Leitung): Junglehrer Willenborg und der damalige Student Hermann Bröring
Mit der Gründung des Schwimmvereins verlagerte sich der Schwerpunkt des organisierten Schwimmens zunehmend zur Tonkuhle. Neben der Vereinsleitung und der Ausbildung vor Ort wurden damit auch verlässliche Personen für die Betreuung des Badebetriebs wichtig.
Am selben Tag wurde auch Alex Schreese als erster Bademeister der neu genutzten Tonkuhle eingestellt und hatte diesen Posten jahrzehntelang inne. Alex Schreese erhielt im Jahr 1967 die "silberne Ehrennadel" die zu diesem Zeitpunkt für 25 Jahre DLRG-Mitgliedschaft stand. Ob die Anstellung Schreeses direkt mit der Vereinsgründung zusammenhing, lässt die zeitliche Nähe vermuten – ein urkundlicher Beleg für diesen Zusammenhang liegt derzeit jedoch nicht vor. Wann genau Schreese der DLRG beitrat, ist unklar – die Ehrennadel 1967 deutet auf eine Mitgliedschaft seit etwa 1942 hin, während seine Tätigkeit als Bademeister bereits 1932 begann.
Anmerkung: Die Ehrungen wie z. B. die silberne Ehrennadel wurden im Laufe der Zeit mehrmals "reformiert". Während in den 50er Jahren diese Nadel für 10 Jahre DLRG-Arbeit stand, bedeutet diese 1967 bereits 25 Jahre DLRG Mitgliedschaft.
Alex Schreese war vermutlich bis zum Jahr 1964 Bademeister der Tonkuhle, bevor er am 15. Mai 1965 durch das spätere Vorstandsmitglied der DLRG Vechta, Paul Preuß, abgelöst wurde.
Mit der Gründung des Schwimmvereins waren wichtige Grundlagen geschaffen. In den folgenden Jahren kam es darauf an, die Wasserrettung dauerhaft zu organisieren und die DLRG-Arbeit in Vechta fest zu verankern. Eine prägende Rolle übernahm dabei Karl Theile, dessen langjähriges Engagement die weitere Entwicklung maßgeblich beeinflusste.

In den Jahren nach der Gründung des Schwimmvereins Vechta kam es zu wichtigen personellen und organisatorischen Entwicklungen. Eine zentrale Rolle nahm dabei der DLRG-Pionier Karl Theile ein.
Karl Theile hatte im Jahr 1933 den Lehrschein der DLRG absolviert und wurde im selben Jahr Schwimmwart des Vechtaer Schwimmvereins.
Ein Bericht über die Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Oldenburg dokumentiert für das Jahr 1934, dass ein „neuer Bezirk Vechta“ zur DLRG hinzugekommen war. Ob damit die formale Umwandlung eines zuvor bestehenden Stützpunktes in einen eigenständigen Bezirk gemeint war, wird in der Quelle nicht ausdrücklich erläutert.
Ein 1954 gestellter Antrag auf Verleihung der Goldenen Ehrennadel zeichnet den Werdegang Karl Theiles detailliert nach. Der am 4. August 1910 geborene Vechtaer übernahm 1934 als Rettungswart und technischer Leiter die Verantwortung für den neu gegründeten Bezirk Vechta des damaligen Landesverbandes Oldenburg. Von 1935 bis 1945 leitete er den Bezirk.
Theiles Aufbauarbeit wurde bereits in zeitgenössischen Unterlagen ausdrücklich gewürdigt. Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bezirks Vechta dankte ihm der Landesverband für seine „wertvolle Arbeit“. Der Ehrennadelantrag stellte außerdem fest, dass es vor allem Theile zu verdanken sei, dass die DLRG im südlichen Teil des früheren Landesverbandes Oldenburg Fuß fassen konnte.
Unter seiner Verantwortung entwickelte sich die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung in Vechta weiter. Karl Theile lehrte an der Tonkuhle zahllosen Vechtaer Kindern das Schwimmen und prägte damit die Arbeit der DLRG in Vechta über viele Jahre hinweg.
Vom 7. September 1939 bis zum 24. Januar 1945 musste Theile seine Tätigkeit aufgrund seines Kriegsdienstes unterbrechen. Er wurde verwundet und im Juni 1945 aus dem Militärdienst entlassen.
Die Jahre 1933 und 1934 markieren einen entscheidenden Entwicklungsschritt in der Geschichte der DLRG Vechta. Erstmals wird deutlich, dass sich aus den frühen lokalen Ansätzen eine dauerhaft organisierte Struktur entwickelte. Mit Karl Theile trat eine Persönlichkeit hervor, die Schwimmausbildung, Rettungsschwimmen und Vereinsarbeit über viele Jahre miteinander verband. Seine Aufbauarbeit legte wichtige Grundlagen für die spätere Entwicklung der Kreisgruppe und schließlich der eigenständigen Ortsgruppe Vechta.

Nach der Wiederzulassung der Vereinsarbeit nahm er den Aufbau der DLRG in Vechta unmittelbar wieder auf und übernahm die Leitung der Kreisgruppe Vechta im Bezirk Oldenburg. Wie erfolgreich dieser Wiederaufbau war, zeigen die überlieferten Zahlen aus dem Jahr 1952. Die Oldenburgische Volkszeitung berichtete am 12. April 1952 von einem Anstieg der Mitgliederzahl von 49 auf 64. Im selben Zeitraum wurden 20 Grundschein-, fünf Leistungs- und zwei Lehrscheinprüfungen abgelegt. Der Vorstand mit Kassierer Fritz Bohndorf und dem technischen Leiter Erich Hohnhorst wurde einstimmig wiedergewählt.
Am 26. April 1954 wurde Karl Theile im Rahmen der Jahreshauptversammlung des DLRG-Landesverbandes Niedersachsen in Oldenburg mit der Goldenen Ehrennadel für 20-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Der Antrag würdigte neben seiner langjährigen Tätigkeit insbesondere seine maßgebliche Rolle beim Aufbau der DLRG im südlichen Oldenburger Raum.
Karl Theile leitete die Kreisgruppe Vechta bis Anfang 1966. Im Jahr 1966 übernahm Hans Lemp die Leitung. Karl Theile wurde anschließend zum Ehrenvorsitzenden der Kreisgruppe Vechta ernannt.
Der Ehrennadelantrag weist außerdem darauf hin, dass Theile durch sein „mutiges und besonnenes Eingreifen auf der Badeanstalt großes Unglück verhütet“ habe. Als langjähriger Inhaber des Lehrscheins wollte er diese Einsätze selbst jedoch nicht als eigenständige Rettungstaten verstanden wissen.
Am 22. Februar 1965 würdigte die DLRG Friedrich Bohndorf mit der silbernen Ehrennadel für eine 34-jährige Mitgliedschaft seit 1931. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, warum die silberne Ehrennadel erst zu diesem Zeitpunkt übergeben wurde. Die Namensähnlichkeit zum Kassierer Fritz Bohndorf aus dem Jahre 1952 lässt den Schluss zu, dass es sich um dieselbe Person handeln könnte. Belegt ist dies jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht.
Eine derart lange, dokumentierte Mitgliedschaft ist unter den bisher bekannten Quellen die am längsten belegte – ob es tatsächlich die längste in der Vereinsgeschichte war, lässt sich mangels vollständiger Mitgliederlisten nicht feststellen.
Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt, dass die DLRG in Vechta nicht nur ihre organisatorischen Strukturen zurückgewinnen konnte, sondern schnell wieder Menschen für Ausbildung und Wasserrettung begeisterte. Die steigenden Mitgliederzahlen und zahlreichen abgelegten Prüfungen belegen, dass die Arbeit der Kreisgruppe erneut fest im Vechtaer Vereinsleben verankert war. Neben Karl Theile stehen dabei auch langjährig engagierte Mitglieder wie Friedrich Bohndorf für die Kontinuität und das persönliche Engagement, auf dem die Entwicklung der DLRG Vechta bis heute beruht.

Mit dem Wechsel an der Spitze im Jahr 1966 begann eine neue Phase der Vechtaer DLRG. Die bisherige Aufbauarbeit wurde fortgeführt, zugleich veränderten sich die organisatorischen Strukturen und Verantwortlichkeiten.
Am 4. Februar 1966 berichtete die Nordwest-Zeitung über die Jahreshauptversammlung der DLRG-Kreisgruppe Vechta. Hans Lemp wurde mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der langjährige Vorsitzende Karl Theile wurde für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Hans Lemp blieb auch in den folgenden Jahren Vorsitzender der DLRG-Kreisgruppe Vechta. Sein bislang letzter belegter Auftritt in dieser Funktion findet sich in einem DLRG-Bericht vom 1. Juli 1970. Darin wird er ausdrücklich als Kreisvorsitzender bezeichnet.
Der Bericht dokumentiert zugleich die organisatorische Weiterentwicklung der Vechtaer DLRG. Bei einer Mitgliederversammlung am 29. Juni 1970 wurde für die DLRG „Ortsgruppe Vechta“ in Anwesenheit des Kreisvorsitzenden Hans Lemp ein neuer Vorstand gebildet. Zum 1. Vorsitzenden wurde einstimmig Werner Sieverding gewählt. Sein Stellvertreter wurde Hermann Brinkhus.
Der vorliegende Bericht spricht nicht von einer Neugründung, sondern davon, dass für die DLRG-Ortsgruppe Vechta ein neuer Vorstand gebildet wurde. Dies deutet darauf hin, dass die bisherige DLRG-Kreisgruppe Vechta im Jahr 1970 als eigenständige Ortsgruppe fortgeführt beziehungsweise organisatorisch in eine Ortsgruppe überführt wurde. Eine Gründungsurkunde oder ein formaler Ausgliederungsbeschluss liegt nach dem derzeit bekannten Quellenstand jedoch noch nicht vor.
Damit lässt sich der wahrscheinliche Übergang von der alten Kreisgruppenstruktur (zuletzt unter Hans Lemp) zur neuen Ortsgruppenstruktur (ab 1970 unter Sieverding) erstmals lückenlos anhand von Vorstandsdaten nachvollziehen.
Der Zeitraum von 1966 bis 1970 markiert den Übergang in eine neue Organisationsphase der DLRG Vechta. Mit Hans Lemp übernahm zunächst ein neuer Vorsitzender die Verantwortung, bevor sich die Strukturen unter Werner Sieverding zur eigenständigen Ortsgruppe weiterentwickelten. Auch wenn eine formale Gründungsurkunde bislang nicht vorliegt, zeigen die überlieferten Vorstandsdaten, wie die DLRG Vechta ihre Arbeit organisatorisch verselbstständigte. Dieser Wandel bildet die Grundlage für die Ortsgruppe in ihrer heutigen Form.
Die Geschichte der DLRG Vechta ist damit nicht abgeschlossen. Sie wird durch jede Ausbildung, jeden Wachdienst, jeden Einsatz und jede ehrenamtliche Tätigkeit fortgeschrieben. Die heutigen Aktiven stehen somit nicht am Anfang einer neuen Geschichte, sondern führen eine über Jahrzehnte gewachsene Verantwortung weiter.
Jahr | Ereignis |
|---|---|
1913 | Gründung der DLRG in Leipzig. |
1923–1925 | Erste Erfassung eines DLRG-Stützpunktes in Vechta (Chronik des Landesverbandes Oldenburg). |
ca. 1924 | Bädermeister Peter Pesch übergibt die Leitung der Badeanstalt Füchtel am Moorbach an Bademeister Bleidt. |
2. Juli 1924 | Lebensrettung eines Schülers durch Bademeister Bleidt in Füchtel. |
1924 | Die DLRG zeichnet Bademeister Bleidt für seine Rettungstat vom 2. Juli 1924 mit einer kunstvollen Schale aus (ältester bisher entdeckter schriftlicher Beleg für DLRG-Aktivität in Vechta). |
24. Mai 1932 | Offizielle Gründung des Schwimmvereins Vechta. Wahl des ersten Vorstands um Hahn, Lübbe, Pille, Prante, Willenborg und Bröring. |
1933 | Karl Theile absolviert den Lehrschein der DLRG und übernimmt das Amt des Schwimmwarts im Schwimmverein Vechta. |
1934 | Karl Theile übernimmt als Rettungswart und technischer Leiter Verantwortung für den neu gebildeten Bezirk Vechta. Der Landesverband würdigt seine wertvolle Aufbauarbeit. |
1935–1945 | Karl Theile leitet den DLRG-Bezirk Vechta. |
ca. 1945-1950 | Karl Theile baut die DLRG-Arbeit in Vechta nach der Wiederzulassung der Vereinsarbeit wieder auf und übernimmt die Leitung der Kreisgruppe Vechta. |
1952 | Die DLRG-Kreisgruppe Vechta zählt laut einem Zeitungsartikel in der OV bereits wieder 64 Mitglieder. |
| 26. April 1954 | Karl Theile erhält die Goldene Ehrennadel für 20-jährige DLRG-Mitgliedschaft. |
| Februar 1966 | Hans Lemp wird Vorsitzender der DLRG-Kreisgruppe Vechta. Karl Theile wird Ehrenvorsitzender. |
29. Juni 1970 | Wahrscheinliche Überführung der Strukturen der Kreisgruppe in die eigenständige DLRG-Ortsgruppe Vechta. Werner Sieverding wird zum ersten Vorsitzenden gewählt. |
Autor: Nicolas Bernhold
Historische Recherche und Quellenaufarbeitung
Quellen (Auswahl):
1. Überregionale Verbands- und Staatsarchive
Archiv der DLRG-Bundesebene: Auswertung der historischen Gliederungsstatistiken und Bundes-Chroniken zur Einordnung der frühen Organisationsstrukturen in Deutschland.
Archiv des DLRG-Landesverbandes Niedersachsen: Nutzung der offiziellen Landesverbandschroniken (u.a. der Chronik des Landesverbandes Oldenburg) zur Erfassung der ersten gemeldeten Stützpunkte im Oldenburger Land ab 1923.
Regionale Archive und Staatsarchive: Laufende Recherchen in regionalen Archiven (wie dem Niedersächsischen Landesarchiv – Abteilung Oldenburg) zur Sichtung historischer Vereinsregister und behördlicher Nachkriegsakten.
2. Historische Presse- und Zeitungsarchive
Digitalisierte Pressearchive (Landesbibliothek Oldenburg & Archiv NWZ): Systematische Volltextrecherche in historischen Regionalzeitungen (u.a. der Oldenburger Zeitung für Volk und Heimat sowie historischen Vorläufern der Oldenburgischen Volkszeitung).
Zeitgenössische Dokumente zu Einzelereignissen: Auswertung lokaler Presseberichte aus den 1920er-Jahren – darunter der Original-Zeitungsartikel zur Rettungstat und Auszeichnung des Bademeisters Bleidt (1924) in der Badeanstalt Füchtel.
3. Lokale Vereinsarchive
Archivbestand der DLRG Ortsgruppe Vechta e.V.: Sichtung und Aufbereitung aller lokal erhaltenen Protokollbücher, Mitgliederstatistiken und Fotodokumente ab den 1970er-Jahren bis heute.
Historischer Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf zeitgenössischen Zeitungsarchiven, den Personenstandsregistern des Niedersächsischen Landesarchivs Oldenburg sowie den historischen Unterlagen der DLRG-Landes- und Bundesebene. Da die Forschung kontinuierlich andauert, werden neue Erkenntnisse und Quellenfunde laufend eingearbeitet.
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